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Julia Jordan

Julia Jordan

Abteilungsleiterin Kommunikation und Marketing
julia.jordan@dzhyp.de

100 Jahre DZ HYP

Eine Hypothekenbank für die Genossenschaften

Die Deutsche Genossenschaftshypothekenbank wurde 1921 mit dem Ziel gegründet, eine Lücke im genossenschaftlichen Kreditwesen zu schließen: Sie sollte die auf den kurzfristigen Personalkredit spezialisierten Genossenschaften mit dem langfristigen Realkredit versorgen. Davon profitierte insbesondere die deutsche Landwirtschaft, die nach dem ersten Weltkrieg einen hohen Investitionsbedarf hatte. Die Bank war als Tochter der Preußenkasse, dem damaligen Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Organisation, zunächst in deren Hauptgebäude Am Zeughaus 1-2 in Berlin (Foto) untergebracht. Sie sollte, anders als die Muttergesellschaft, reichsweit und damit über die Grenzen Preußens hinaus tätig sein.
 

Herausfordernde Anfangsjahre

Die politischen Unsicherheiten der Weimarer Republik, die Hyperinflation der frühen 1920er Jahre und die Weltwirtschaftskrise am Ende des Jahrzehnts - all das stellte die Deutschen Genossenschaftshypothekenbank von Anfang an vor große Herausforderungen. Dennoch gelangen ihr bereits 1924 erste Pfandbriefemissionen und großvolumige Finanzierungen. 1930 bezog sie ihre ersten eigenen Räumlichkeiten im 1912 errichteten Raiffeisenhaus nahe dem Potsdamer Platz  (Foto). Wenige Jahre nach dem Umzug begann für die Bank jedoch eine Zeit des wirtschaftlichen Stillstands: Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde auch das Genossenschaftswesen politisch gleichgeschaltet. Zugleich schränkten neue Gesetze sowohl die Kreditvergabe als auch die Emission neuer Hypothekenpfandbriefe deutlich ein.

Neubeginn in Hamburg

Im April 1945 wurde das Gebäude der Deutschen Genossenschaftshypothekenbank bei einem Bombenangriff zerstört. In Charlottenburg wurde eine Ausweichstelle bezogen. Da diese nach Kriegsende in der sowjetischen Besatzungszone lag, war die Bank von der dort erlassenen "Ruhensanordnung" betroffen. Nach Jahren der behelfsmäßigen Geschäftstätigkeit mit Unterstützung der Muttergesellschaft sowie der Volksbanken und Raiffeisenbanken konnte sich die Bank 1949 als ein verlagertes Institut in Hamburg niederlassen. Sie bezog zunächst Räumlichkeiten im Sprinkenhof (Foto). Die Geschäftsstelle in Berlin blieb ebenfalls erhalten.

Gutes Fachpersonal als Standortfaktor

In den frühen 1950er Jahren wurde die Geschäftstätigkeit der Bank wesentlich vom staatlich geförderten Wohnungsbau getrieben, der enorme Investitionen erforderte. Der neue Hauptstandort Hamburg wurde durch die Ansiedlung der als Deutsche Genossenschaftskasse neu gegründeten Muttergesellschaft noch einmal in Frage gestellt. Doch die guten Kontakte zu den aufsichtführenden Behörden und vor allem das gute Fachpersonal hielten die Bank in Hamburg. Bereits 1956 konnte die Bank erstmals eine Frau für eine Abteilungsleitung einstellen, kurz darauf zog eine Arbeitnehmervertreterin in den Aufsichtsrat ein. Zur Risikobewertung von Finanzierungen mit einem Volumen über 200.000 D-Mark etabliert die Bank erstmals einen Kreditausschuss.
 

Auf dem Weg zu einer führenden Hypothekenbank

Mit den Einkommen wuchsen in den 1960er Jahren auch die Ansprüche der Deutschen an Größe und Ausstattung ihres Wohnraums. Der Wunsch nach einem Eigenheim oder einer Eigentumswohnung wurde realisierbar, sodass die private Baufinanzierung zunehmend an Bedeutung gewann. Wohnungsbau und Landwirtschaft bildeten die Schwerpunkte im Geschäftsmodell der DZ HYP, die sich zu einer der führenden bundesdeutschen Hypothekenbanken entwickelte. Weil die Anzahl der Beschäftigten kontinuierlich zunahm, errichtete die Bank ein neues Gebäude an der Hamburger Ost-West-Straße. Hier standen den rund 250 Beschäftigten ab 1965 moderne Großraumbüros, eine Tiefgarage, eine offene Eingangshalle und ein Casino zur Verfügung. 1969 wurde auch in Berlin ein neu gebautes Bankgebäude in Charlottenburg bezogen.

Intensive Zusammenarbeit mit Banken

Die folgende Dekade stand für die DZ HYP ganz im Zeichen der intensivierten Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Banken. 1977 wurde der Fachbeirat etabliert, dem rund 20 Mitglieder der Geschäftsführungen von Volksbanken und Raiffeisenbanken in allen Bundesländern angehörten. Um ihre stärkere Verbundorientierung auch im äußeren Auftritt sichtbar zu machen, nutzte die Bank ab Herbst 1977 ein neues Logo , das sich in der Farbgebung spürbar an die genossenschaftliche Markenwelt anlehnte. Zum Ende des Jahrzehnts konnte die DZ HYP den Volksbanken und Raiffeisenbanken die vollständige Produkt- und Dienstleistungspalette einer modernen Hypothekenbank bieten: Finanzierungen im privaten, freien und gemeinnützigen Wohnungsbau sowie langfristige Darlehen für mittelständische Unternehmen, die Landwirtschaft und Kommunen.

Neuer Hauptstandort in der Rosenstraße

Die hohe Geschäftsaktivität ließ die Belegschaft auch in den 1980er Jahren weiter wachsen. Von 313 Beschäftigten 1977 stieg die Mitarbeiterzahl in nur fünf Jahren auf 461. 1983 erwarb die DZ HYP daher den neuen, jedoch nie genutzten Hauptsitz der "Neuen Heimat" in der Rosenstraße. Das für rund 500 Arbeitnehmer ausgelegte Gebäude wurde 1984 bezogen. Da die zur Verfügung stehende Fläche schon bald belegt war, wurde sie in zwei ergänzenden Bauabschnitten vergrößert. Mit einem Fest im Wintergarten des Erweiterungsbaus wurde 1994 die endgültige Fertigstellung gewürdigt. Noch heute beherbergt das Objekt den Hamburger Hauptstandort der Bank. 

 

Leistungsfähige Digitalisierung

Schon früh erkannte die DZ HYP den Nutzen einer Digitalisierung des Bankengeschäfts. 1977 begann sie mit dem Online-Betrieb in der Darlehensverwaltung, führte 1979 die computergestützte Darlehenszusage und anschließend die computergestützte Konditionenanpassung ein. Das elektronische Informations- und Kommunikationssystem „Hypofix“ beschleunigte ab 1990 die Bearbeitung von Darlehensanträgen und wartete mit einer täglich bis 22 Uhr erreichbaren Hotline für minutenschnelle Zusagen zu tagesaktuellen Konditionen auf. Es markierte einen Meilenstein in der Geschichte der damaligen DG HYP, indem sie ihre hohe Leistungsfähigkeit im Privatkundengeschäft belegte.

Strategische Neuausrichtung

2001 hatte die DZ BANK ihre gewerbliche Immobilienfinanzierung auf die DZ HYP übertragen. Das führte dazu, dass sich das Geschäftsfeld zu einem neuen Tätigkeitsschwerpunkt der Bank entwickelte. Parallel verzeichnete die private Baufinanzierung einen sich verstärkenden Wettbewerb, da neue Teilnehmer - insbesondere Online-Banken - in den Markt drängten und die Margen weiter senkten. Diese Entwicklung im Blick, entschied sich die DZ HYP Anfang 2008, ihr Geschäftsmodell  als gewerbliche Immobilienbank der Genossenschaftlichen FinanzGruppe neu auszurichten. Ein überarbeitetes Logo und ein neuer Claim vermittelten den hohen Anspruch der Bank an ihre Leistungsfähigkeit. 2014 wurde sie erstmals mit dem Real Estate Brand Award als stärkste Immobilienmarke Banken ausgezeichnet.

Fusionspartner WL BANK

2018 schloss sich die DG HYP mit der WL BANK zur DZ HYP zusammen. Die in Münster ansässige Bank konnte zu diesem Zeitpunkt auf eine mehr als 140 Jahre währende Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde sie 1877 als Landschaft der Provinz Westfalen. Ihr Geschäftszweck war die Vergabe von Hypothekardarlehen an die adelige und bäuerliche Landwirtschaft Westfalens. Erst 1973 weitete sie ihren Geschäftsbetrieb auf die Immobilienfinanzierung und ganz NRW aus. 1987 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und als Tochterunternehmen in den Konzern der damaligen WGZ BANK integriert. Ihre Geschäftsschwerpunkte lagen bis zur Fusion auf der Finanzierung privater und wohnwirtschaftlicher Immobilien sowie auf der Kommunalfinanzierung. Im Gebäude am Sentmaringer Weg ist heute der zweite Hauptstandort der DZ HYP untergebracht.

Gemeinsam und zukunftsorientiert

Der Zusammenschluss zur DZ HYP erwies sich schnell als richtiger und zukunftsweisender Schritt. Die DZ HYP agiert heute erfolgreich in den drei Geschäftsfeldern Firmenkunden, Privatkunden und Öffentliche Kunden. Sie gehört zu den führenden Immobilienfinanzierern und Pfandbriefemittenten Deutschlands. Als Arbeitgeber ist sie mehrfach ausgezeichnet für eine Unternehmenskultur, die anspruchsvolle Aufgaben mit attraktiven Rahmenbedingungen für eine gute Work-Life-Balance flankiert. Ihre rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich mit Engagement und Teamgeist für die Bank, ihre Kunden und ihre Partner ein - "gemeinsam für die nächsten 100 Jahre".