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Ideen Wirklichkeit werden lassen

Zusammenfassung der DZ HYP „Konjunktur-, Zins- und Währungsprognose 2026“

29.01.2026

Der immense Zuspruch zur DZ HYP Veranstaltung „Konjunktur-, Zins- und Währungsprognose 2026“ zeigt: Selten war der Orientierungsbedarf so groß wie heute. Unternehmen, Investoren und Finanzierer suchen eine belastbare Einordnung für strategische Entscheidungen im neuen Jahr. Nach einleitenden Worten durch Sabine Barthauer lieferte Dr. Jan Holthusen, Leiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK, eine fundierte Einschätzung im Gespräch mit der Wirtschafts- und Finanzmarktjournalistin Anja Kohl.

Die zentralen Erkenntnisse im Überblick:

  • Geopolitik & Weltwirtschaft: Ein Jahr nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ist klar: Zölle, Machtpolitik und Unsicherheit bleiben. Das globale Zollniveau liegt so hoch wie seit rund 100 Jahren nicht mehr. Dennoch zeigt sich die Weltwirtschaft erstaunlich widerstandsfähig. Für 2026 erwartet die DZ BANK ein globales Wachstum von rund 3 Prozent – getragen vor allem von den USA und Investitionen in Zukunftstechnologien.
  • USA, Europa, Deutschland: Die US-Wirtschaft wächst 2026 voraussichtlich um 2 bis 2,5 Prozent. Ungleich verteilte Konsumkraft und hohe Investitionen in KI, Software und Rechenzentren stabilisieren die Konjunktur – trotz politischer Risiken. Europa und Deutschland dürften jeweils bei rund 1 Prozent Wachstum liegen. Für Deutschland gilt: Das staatliche Fiskalpaket stützt die Wirtschaft, die strukturellen Herausforderungen der Industrie bleiben jedoch bestehen. Entscheidend wird sein, ob öffentliche Mittel produktiv investiert werden und private Investitionen wieder anspringen.
  • Zinsen & Inflation: Global befinden wir uns in einer Phase sinkender Leitzinsen. Für 2026 erwartet die DZ BANK deshalb ein neutrales Zinsniveau. Die Inflation dürfte in Europa zeitweise unter 2 Prozent fallen und sich mittelfristig um dieses Ziel einpendeln. Große Zinssenkungseffekte für Bau- oder Immobilienfinanzierungen sind allerdings nicht zu erwarten.

Immobilienmärkte: Stabilisierung mit klarer Differenzierung

  • Am Wohnimmobilienmarkt ist der Preiseinbruch überwunden. Moderate Preissteigerungen von rund 2 Prozent gelten als gesund, getrieben von anhaltend hoher Nachfrage und sehr niedrigen Leerständen – insbesondere in Wachstumsregionen.
  • Bei Gewerbeimmobilien setzt sich die Segmentierung fort: Moderne Büroflächen in Top-Lagen bleiben gefragt, während ältere Objekte weiter unter Druck stehen. Im Einzelhandel hat sich der Rückgang der Spitzenmieten dagegen stabilisiert – neue Nutzungskonzepte beleben zentrale Lagen. Baukosten, Klimaanforderungen und geopolitische Risiken bleiben jedoch zentrale Unsicherheitsfaktoren. Sinkende Bauzinsen sind kurzfristig nicht zu erwarten.

Fazit: 2026 wird kein Jahr der großen Sprünge – aber eines der strategischen Weichenstellungen. Wer differenziert auf Märkte blickt, Risiken einpreist und langfristige Trends wie KI, Demografie und Klimakosten berücksichtigt, kann auch in einem anspruchsvollen Umfeld fundierte Entscheidungen treffen.

 

Sabine Barthauer, Dr. Jan Holthusen und Anja Kohl im DZ HYP-Studio
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