Bio-Gold-Zertifizierung für unser Betriebsrestaurant - Transkript
Intro
Herzlich willkommen zu unserem Podcast DZ HYP HÖRBAR. Erhalte interessante Einblicke in die Arbeitswelt der DZ HYP - einer Immobilienbank der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Reifeisenbanken. Wir sprechen mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Abteilungen über ihre ganz persönlichen Stories, wie sie zur DZ HYP gekommen sind und wie es eigentlich ist in einer führenden Immobilien und Pfandbriefbank Deutschlands zu arbeiten.
Moderator
Hallo und einen schönen guten Tag zu unserem Unternehmenspodcast DZ HYP HÖRBAR und heute also kann wirklich jede und jeder mitreden. Alle sind mehr oder weniger auch Experten und unser Thema das geht alle an, zumindest im Unternehmenssitz in Hamburg, denn es geht ums Essen. Das Betriebsrestaurant freut sich sehr über die Biogoldertifizierung und weil zwar alle mitreden können, ein paar Leute, aber dann doch noch ein bisschen mehr Ahnung haben, was das alles bedeutet und was dahinter steckt, freue ich mich sehr heute Ulrike Markusson hier zu haben. Hallo Ulrike.
Ulrike Marcusson
Hallo zusammen.
Moderator
Ulrike ist die Abteilungsleiterin im Gebäudemanagement und Services in Hamburg. Das klingt technisch. Was sind denn so deine Aufgaben?
Ulrike Marcusson
Also Technik ist tatsächlich auch viel dabei. Also wir sind z.B. zuständig für das Diesel Notstromaggregat tief im Keller und bis hoch zur Photovoltaikanlage oben auf dem Dach. Aber ähm generell sind wir verantwortlich dafür, dass der Bürobetrieb in unseren Gebäuden für alle gut läuft, auch in den Immobilienzentren. Und so sorgen wir z.B. für Um und Ausbauten, für das Mobiliar, den Empfang, die Sicherheit. Ähm, wir kümmern uns um den Fuhrpark, betreuen die Poststellen und wir mi vermieten Laden und Büroflächen und so weiter und so weiter. Also ein bunter Blumenstrauß und dazu gehört natürlich auch das Betriebsrestaurant in Hamburg.
Moderator
Und das ist das Stichwort für Thies Hill-Bothmann. Sitzt neben dir, der Leiter des Betriebsrestaurants. Schön, dass du da bist. Hallo Thies.
Thies Hill-Bothmann
Ja, hallo.
Moderator
Thies. Stehst du hinter dem Kochtopf oder du hast jetzt gerade auch deine weiße Kochjacke gerade an und wie sieht dein Alltag aus?
Thies Hill-Bothmann
Tatsächlich stehe ich hinterm Kochtopf bzw. Also noch lieber vorne an der Ausgabe, ähm, wenn wir quasi ein Live Cocking machen, ähm das mache ich sehr gerne, das gehört zu meinen Aufgaben dazu, aber genauso habe ich natürlich ähm Personalplanung zu machen, Speisepläne zu erstellen, mich um den Einkauf zu kümmern, ähm Rechnung freizugeben, zu zeichnen. Also ein bunter Mix.
Moderator
Bunter Mix. Und da sind wir beim Thema Ulrike: Biogoldzertifizierung für euer Betriebsrestaurant. Was heißt das?
Ulrike Marcusson
Ja, also eine Biozertifizierung, die haben wir tatsächlich schon, nennt sich für gesunde und nachhaltige Lebensmittelverwendung. Die haben wir, bin mir gar nicht ganz sicher, Thies, letztes Jahr oder vorletztes Jahr schon bekommen und hängt bei uns in der Kantine. Aber irgendwie war uns das nicht genug. Wir wussten, dass es da so eine staatliche Zertifizierung von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gibt in Bronze, Silber und Gold. Und dann ist das so ein bisschen wie bei Olympia. Ähm, man trainiert ja nicht für Bronze, sondern dann möchte man eigentlich auch die Goldmedaille. Und so haben wir uns aufgemacht und ähm gesagt, das möchten wir gerne erreichen. Bedeutet 90 bis 100% Lebensmitteleinsatz aus äh Bio Produktion auch ähm dann einzusetzen. Ja, und dabei sein ist nicht nur alles äh sondern Gold ist auch wichtig.
Moderator
Thies, warum Gold?
Thies Hill-Bothmann
Ja, Ulrike hat schon gesagt, wir sind langsam angefangen. Ähm grundsätzlich ist uns Nachhaltigkeit und Regionalität wichtig und dann ist quasi der nächste Schritt, okay, das können wir auch alles im Bio vielleicht leisten. ähm haben uns dann ähm im November 23 äh mit dem Fleisch angefangen, dass wir nur noch Bio Frischfleisch verwenden und ähm dann eben hab Stück für Stück weitergemacht, dann den nächsten großen Batzen äh Obst und Gemüse. Äh und dann irgendwann haben wir gesagt, gesagt das ja, wenn dann doch gerne mal alles. Und dann haben wir letztes Jahr irgendwann im Sommer 25 angefangen alles umzustellen und jetzt eben das halt Ziel die Goldmit zu bekommen, was ja jetzt auch geklappt hat.
Moderator
Und Ulrike woher kommen eigentlich diese ganzen Lebensmittel, diese ganzen biozertifizierten Lebensmittel, die ihr da verwendet und was ist vielleicht dann auch bei dieser Umstellung, Thies, hat so ein bisschen skizziert die Herausforderung gewesen?
Ulrike Marcusson
Ja, also man muss natürlich ein ganz neues Lieferantensystem aufbauen. Ähm so die üblichen Quellen, die wir vorher für allgemeine Lebensmittel hatten, ähm waren da nicht ausreichend natürlich, weil die nicht alle bioproduzieren oder nur kleine Anteile hatten.
Moderator
Ähm tatsächlich ähm geht das ja bis hinunter zu den Gewürzen, nicht?
Ulrike Marcusson
Also, man muss das sich wirklich im Detail vorstellen und dann kaufen wir natürlich auch nicht nur so einen Sack Karotten beim Biohändler um die Ecke, sondern dann ziemlich viele Kilos in einem großen Sack und das muss dann ja ein Biohändler auch erstmal bedienen können. Und dazu kommt, dass wir ja vorher schon, bevor wir ganz auf Bio umgestellt haben, ähm es wichtig fanden, saisonal und regional einzukaufen. Also auch die kleine Metzgerei hier an den vor den Toren Hamburgs ähm äh mit in unserem Lieferantenkreis zu haben. Gerade natürlich auch bei Fleisch Tierwohl im Auge zu behalten, dass da keine langen Transportwege sind und das wollten wir natürlich auch gerne weitermachen. Strengt aber den Lieferantenkreis auch weiter ein.
Moderator
Ja, Thies hat ein bisschen angerissen alles Bio und wo macht Bio vielleicht dann auch für so ein großes Betriebsrestaurant eingeschränkt nur Sinn?
Thies Hill-Bothmann
Also ähm in meiner Meinung nach macht eingeschränkten Sinn den Fischbereich. Ähm weil da gibt's eben halt Aquakultur und den Wildfang und wir haben uns eben halt entschieden weiterhin auf frischen Fisch zurückzugreifen. Ähm und darum würden wir später mit so einer negativen Liste, nennt sich das, arbeiten. Ähm dass äh wir zwar 100%, wie das Wort schon sagt, müsste 100% sein. Ulrike hat's angesprochen, selbst bis ins Detail der Gewürze hinunter. Ähm, aber beim Fisch haben wir uns dagegen entschieden. Ähm, und arbeiten mit der Negativliste. Ich kann vielleicht zu dem Fisch noch mal ein bisschen was ergänzen. Warum haben wir uns dafür entschieden? Ähm, klingt ja erstmal gut Biofisch zu haben, aber also Fische schwimmen im Meer. Wildfang ist da das Stichwort. Ähm, das ist der natürliche Lebensraum. Das ist erstmal positiv. negativ ist natürlich, dass es eine Umweltverschmutzung im Meer gibt, dass es Überfischung gibt, dass es Beifang und Schleppnetz Fischerei gibt. Das äh möchte man eigentlich nicht. Das steht quasi dem entgegen, aber bei Aquakultur, also Biofisch, da leben die Fische dann zwar in sauberem Wasser, werden aber eben in so ähm Gehegen, sage ich mal, ähm aufgezogen. Ähm das ist nun überhaupt kein natürlicher Lebensraum und ähm der die Arten, die in so einer Aquakultur aufgezogen sind, sind auch nicht vielfältig. Also, das gilt im Wesentlichen für Lachs und Forellen. Ähm andere Fischarten sind eigentlich kaum auf dem Markt ähm aus Aquakultur zu bekommen. Also, wir haben einfach die Vor und Nachteile abgeglichen und haben uns dann für die natürliche Lebensweise und dann den Wildfang ähm entschieden und gegen die Aquakultur. Das werden wir sicherlich hier und da immer noch mal überprüfen, aber eben aus ähm ja den genannten vor und Nachteileabwegungen ist das für uns im Moment die richtige Entscheidung. Fühlen wir uns am besten mit.
Moderator
Lass uns doch einmal noch mal über Mengen und über Umfang reden, Thies, über wie viele Mahlzeiten reden wir hier überhaupt, die ihr hier ausgebt äh in Hamburg?
Thies Hill-Bothmann
Also durchschnittlich reden wir über täglich äh 450 ähm Essen. Aber in der Spitze an spitzen Tagen werden es auch mal 600 bis 650. Ich nehme da mal den berühmten Currywursttag, dann sind sie alle hier und wollen unsere Bio Currywurst essen. Ähm, aber auch ansonsten ist das schon eine Herausforderung in diesen Mengen ähm Bioware zu beziehen, weil wir reden jetzt nicht nur über, wenn wir Karotten brauchen, äh mal über einen Sack Karotten, sondern über 50, 60 kg, die in ein, zwei Tagen dann schon mal verarbeitet werden. Ähm und das ist eine große Herausforderung gewesen und ähm haben das auch nicht alles alleine gestemmt, muss ich sagen. Wir haben uns da Unterstützung geholt von Pio Hamburg EV, ähm der eben halt auf ein Netzwerk zurückgreifen kann, äh mir neue Lieferanten ähm vorgestellt hat. Ähm und da wurden jetzt die Kontakte geknüpft und die Zusammenarbeit klappt ähm relativ gut oder ganz gut sogar.
Ulrike Marcusson
Da möchte ich vielleicht sogar auch noch mal einhaken. Also ich fand das ganz spannend, dass die Stadt Hamburg das tatsächlich sehr unterstützt. Ähm das hängt auch damit zusammen, dass die Stadt sich auf die Fahnen geschrieben hat. Gemeinschaftsverpflegung zu unterstützen, die umzustellen auf eben eine nachhaltige gesunde und damit eben auch Bioverpflegung und das für eine breitere Masse auch zugänglich zu machen. Und ähm insofern ist diese Beratungs Gesellschaft, die wir da in Anspruch genommen haben, auch eine stadteigene ähm Gesellschaft. Ja, und haben uns wirklich gefreut, dass die Stadt das auch so wahrnimmt und ähm würdigt.
Moderator
Wird denn eigentlich jetzt im Betriebsrestaurant durch Biogold, wird es teurer?
Ulrike Marcusson
Nein, das wird es nicht. Tatsächlich wir freuen uns, dass wir einen Arbeitgeber haben, der die ähm gesunde Verpflegung ähm so wichtig empfindet, ähm dass er gesagt hat, dass die Preise so bleiben können. Andererseits wirtschaften wir aber auch echt gut. Also, wir haben schon einen guten Blick auf unsere Zahlen und verfolgen ähm wie die Ausgaben und die Einnahmen so laufen und Thies hat gerade gesagt, wir haben wirklich eine hohe Essen Teilnehmerzahl. Ähm dadurch glaube ich können wir auch besonders gut wirtschaften und wollen das auch beibehalten, selbst wenn es manchmal ein bisschen voller im Restaurant ist.
Moderator
Mhm. Die ist eine hohe Teilnehmerzahl, das ist ja immer schon Signal dafür, dass es den Leuten offenbar auch gefällt und schmeckt, was ihr da äh anbietet. ähm jetzt auf diese dieses Biogold-Zertifikat bezogen. Wie fällt denn so die Resonanz aus bislang aus deiner Sicht bei Kolleginnen und Kollegen, dass äh ihr euch um dieses Thema grundsätzlich so kümmert?
Thies Hill-Bothmann
Also eigentlich nur positives Feedback hat's da gegeben, muss ich sagen. Das spricht ja auch nichts dagegen. Äh wir kommunizieren es im Haus und äh möchte mich auch noch mal sagen bedanken bei Ulrike, dass sie mich unterstützt hat, aber eben halt was auch wichtig ist, dass mein Team dahinter steht. Das Team habe ich von Anfang an mit ins Boot genommen und ähm da kamen auch Vorschläge, was wir machen können, wie wir es ändern können, weil wir mussten Produktionsabläufe schon ein bisschen umstellen, ähm was auch die Gäste gemerkt haben und grundsätzlich freuen sich alle, weil wir was Gutes tun.
Moderator
Gibt's eigentlich auch neue andere Gerichte?
Thies Hill-Bothmann
Ja, doch schon. Und es fällt natürlich auch ein bisschen was weg, weil 100% umzusetzen auf Bio, das ist nicht leicht, weil es eben halt nicht alle Produkte in Bio gibt. Aber gerade im Pastabereich gibt's da ganz viele tolle Sachen die wir ähm machen und das wird wahrgenommen und auch gut angenommen.
Moderator
Sehr schön. Dann danke ich euch sehr herzlich Ulrike Marcusson und Thies Hill-Bothmann, die uns erläutert haben, was das alles bedeutet. Die Umstellung auf eine mit Goldzertifizierte Bioküche in der DZ HYP hier anzubieten. Ihr kriegt ja sowieso immer viel Resonanz, Vorschläge, Ideen bestimmt auch. Dafür seid ihr natürlich auch weiter offen, was schon gerade gesagt, Thies, neue Gerichte, neue Rezepturen oder andere sind jetzt dann logischerweise auch dabei und jetzt das Ganze mit einem Goldsiegel dann auch noch versehen und wir drei sagen jetzt von hier aus erstmal vielen Dank fürs Zuhören. Guten Appetit. vielleicht auch bei einem noch bewussten Genuss im Betriebsrestaurant. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.