Nachhaltgkeit in der DZ HYP.

Genossenschaftlich. Sozial. Ökologisch.

Die wachsende Bedeutung von nachhaltigem Denken und Handeln wird die Zukunft der DZ HYP maßgeblich mitbestimmen. Durch gesellschaftliche und politische Initiativen sind die Schwerpunkte nachhaltiger Themen zudem stetig im Wandel. Wir wollen uns aktiv beteiligen und gemeinsam daran arbeiten, die stabile Entwicklung und die zukunftsorientierte Ausrichtung der Bank erfolgreich fortzusetzen.

Stefan Heckerodt

Stefan Heckerodt

Nachhaltigkeitsbeauftragter
stefan.heckerodt@dzhyp.de
Katja Röder

Katja Röder

Managerin Nachhaltigkeit
katja.roeder@dzhyp.de

„Der Trend zu nachhaltigeren Immobilien ist erkennbar“

03.11.2020

Interview mit Verena Rupp, Regionaldirektorin im Immobilienzentrum Frankfurt der DZ HYP

Gemeinsam mit drei Volksbanken und Raiffeisenbanken finanziert die DZ HYP das Wohn- und Geschäftshaus „Desiro“ in Esslingen am Neckar. „Desiro“ entsteht auf einem der fünf Baufelder des Quartiers „Lok.West“, das zum städtebaulichen Entwicklungsvorhaben „Neue Weststadt Esslingen“ gehört. Das gesamte Quartier wird etwa 550 Wohnungen, 30 Gewerbeeinheiten, eine Kita, rund 400 Tiefgaragenstellplätze und mehr als 500 Fahrradstellplätze umfassen. Der Saarbrücker Immobilienentwickler RVI GmbH schafft damit ein energetisch zukunftsfähiges Vorzeigequartier – der ehemalige Güterbahnhof weicht attraktiven Wohn-und Gewerbeflächen, die den Standort nachhaltig aufwerten. Verena Rupp, Regionaldirektorin im Immobilienzentrum Frankfurt der DZ HYP, betreut die Finanzierung seitens der Bank.

Frau Rupp, was macht das Lok.West so besonders?

Das Lok.West befindet sich in der Neuen Weststadt in Esslingen. Einkaufszentren, aber auch der Bahnhof sind fußläufig zu erreichen, was der Philosophie des urbanen Wohnkonzepts entspricht. Zu dem Mobilitätskonzept zählt neben der direkten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel auch, dass Umstände geschaffen werden, die das Fahrradfahren besonders attraktiv machen, wie zum Beispiel geräumige Fahrradgaragen in allen Gebäuden. Außerdem verfolgt das Lok.West auch einen sozialen Gedanken. So soll auf einem der fünf Baufelder eine Wohnanlage mit dem Schwerpunkt gefördertes Wohnen für bestimmte Zielgruppen entstehen.

Herausragend ist natürlich auch das Energiekonzept. Lok.West hat sich CO2-Neutralität zum Ziel gesetzt. Auf allen Gebäuden sind bzw. werden Photovoltaikanlagen angebracht. So soll der Strombedarf größtmöglich aus eigener Produktion gedeckt werden. Neben den Photovoltaikanlagen sorgt ein Blockheizkraftwerk für lokale Energieerzeugung. Überschüssige Energie wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Reicht diese nicht aus, wird 100-prozentiger Ökostrom aus Wasserkraft zugefügt.

Das klingt ja ziemlich innovativ und gibt Hoffnung. Also könnte man sagen, dass klimaneutrale Stadquartiere keine Zukunftsutopie mehr sind?

Ja, das könnte man so sagen – und ich finde es erfreulich! Wir brauchen innovative und nachhaltige Konzepte. Aber vor allem brauchen wir Menschen, die ihre Visionen umsetzen und die Zukunft aktiv mitgestalten wollen. Lok.West ist ein sehr schönes Beispiel dafür: Hier treffen städtebaulich-innovative Ansätze auf einen Projektentwickler, der diese Ideen in die Tat umsetzt und zur Schaffung eines zukunftsfähigen Quartiers beiträgt.

Besonders erwähnenswert ist das Projekt für innovative Nahwärmenetze, welches auf bzw. unter Lok.West entsteht. Dieses Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus mehr als sechzig Mitbewerber*innen zu einem von sechs Leuchtturmprojekten zur Förderung ausgewählt. In einer unterirdischen Energiezentrale wird ein Elektrolyseur installiert, der den Solarstrom aus den Photovoltaikanlagen in grünen Wasserstoff umwandelt. So wird Elektrolyse praktisch in die Stadt geholt und durch die kurzen Transportwege geht kaum Energie verloren.

Ist das Lok.West in Esslingen eine Ausnahme oder erkennen Sie einen Trend zu Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche?

Ich beobachte, dass beispielsweise Städte und Kommunen bei der Ausschreibung neuer Projekte vermehrt auf Nachhaltigkeit sowie klimaneutrale Konzepte setzen, sich aber auch das Verhalten auf der Nachfrageseite verändert. Das sind zwei wichtige Komponenten – nur, wenn alle Marktteilnehmer umdenken, können wir etwas verändern. Der Trend zu nachhaltigeren Immobilien ist auf jeden Fall erkennbar.

Auch auf Bankenseite sowie in der Immobilienbewertung findet seit geraumer Zeit ein Umdenken statt. Kundenseitig nehmen beispielsweise die Anfragen für KfW-Produkte zu. Insbesondere die Förderprogramme Energieeffizient Sanieren und Energieeffizient Bauen erfreuen sich aufgrund besonders attraktiver Konditionen wachsender Beliebtheit.

Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass jedes Bauvorhaben mit sehr vielen (behördlichen) Hürden und Herausforderungen verbunden ist. Hier ist Wollen leider nicht gleichzusetzten mit Dürfen. Der Wille ist oft da, aber mancherorts sind die Hürden einfach (noch) zu groß.

Und zum Schluss noch eine kleine Prognose: Wie sehen die Wohnviertel der Zukunft aus? Ist Lok.West Beispiel für eine neue Generation von Wohnvierteln?

Ja, das ist es. CO2-Neutralität und Smart City sind Teil der Zukunft bzw. bereits Gegenwart. Lok.West liegt nah am Bahnhof, ist zentral und trotzdem ruhig. Es gibt begrünte Flächen und durch kleine Cafés, Restaurants, Arztpraxen o.ä. wird das Viertel lebendig. Die Grundrisse der Wohnungen sind funktional-modern und alle Einheiten verfügen über einen Balkon bzw. eine Terrasse. Außerdem nehme ich wahr, dass das Umdenken derzeit auch durch Corona verstärkt wird, da Wohnqualität und Nachhaltigkeit einen neuen Wert erfahren.

 

 

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